ISO 37001 Antikorruptionsmanagement
Normativer Rahmen und Zielsetzung von ISO 37001
ISO 37001 ist der erste internationale Managementsystem-Standard speziell gegen Korruption und Bestechung. Er wurde 2016 vom ISO/TC 309 (Governance of organizations) veröffentlicht und 2025 in überarbeiteter Fassung neu herausgegeben. Die Norm baut auf der im Annex L vereinheitlichten ISO-High-Level-Struktur auf und folgt dem PDCA-Zyklus (Plan-Do-Check-Act) wie andere ISO-Standards. ISO 37001 definiert einen „Anti-Bribery Management System“ (ABMS) mit Anforderungen und Begleitleitlinien, um Bestechung in Organisationen systematisch zu verhüten, aufzudecken und zu bekämpfen. Sie kann in allen Wirtschaftssektoren und – unabhängig von Größe oder Art – angewendet werden. Ziel ist es, durch klare Organisationspolitik, Zuständigkeiten und Kontrollen die Einhaltung geltender Anti-Korruptionsgesetze sicherzustellen und damit Rechtssicherheit, Vertrauen und Unternehmensreputation zu stärken. So gibt die Norm u. a. vor, dass eine unternehmensweite Anti-Korruptions-Richtlinie zu etablieren, ein Verantwortlicher (Compliance Officer) einzusetzen sowie Schulungen und Kontrollen (z. B. Finanz- und Vertragskontrollen) regelmäßig durchzuführen sind. ISO 37001 ist damit ein präventives Risikomanagement-Werkzeug, das über reine Compliance hinaus eine Kultur von Transparenz und Integrität fördern soll.
