04125 3989923  AM ALTENFELDSDEICH 16, 25371 SEESTERMÜHE
Schusswaffen im Facility Management

Schusswaffen im Facility Management

Eigentlich hört man so gut wie niemals etwas davon, aber es gibt sie: Die Schusswaffen in den Händen von privatem Sicherheitspersonal. Allerdings sind es schon besondere Fälle, wenn im Rahmen des Facility Managements Schusswaffen ins Spiel kommen. Schusswaffen sind bei privaten Sicherheitsdiensten in den meisten Fällen nicht notwendig. Meist bezweckt die Ausrüstung eines Security Mitarbeiters lediglich den Schutz und die Selbstverteidigung, wie spezielle Westen oder die Verwendung von Pfeffersprays für den Notfall.

Der Einsatz von Waffen kann in besonderen Fällen notwendig sein, wenn es zum Beispiel um die Durchführung von Werttransporten oder um den speziellen Schutz von Personen geht.

Nun ist es in Deutschland (dankenswerterweise) nicht so leicht, sich zu bewaffnen. Das gilt auch für Sicherheitsmitarbeiter, die sich nicht selbst nach eigenem Ermessen bewaffnen dürfen. Es ist Ihnen nur dann gestattet, Waffen oder Verteidigungsmittel mit sich zu führen, wenn dies vom Arbeitgeber ausdrücklich vorgeschrieben ist; und zwar in der Dienstanweisung.

Das Bundesverwaltungsgericht hat die Voraussetzungen für die Vergabe von Waffenscheinen an Sicherheitsfirmen verschärft.

Um im Sicherheitsgewerbe eine Waffe führen zu dürfen, sind einige Qualifikationen notwendig. Allerdings berechtigt die Sachkundeprüfung gemäß § 34 a GewO nicht automatisch, dass man auch eine Waffe tatsächlich führen darf. Es sind weiterführende Qualifikationsmaßnahmen notwendig, von denen eine zum Beispiel die Waffensachkundeprüfung entsprechend dem § 7 WaffG (Waffengesetz) ist.

Es gelten folgende Grundsätze:

  • Privates Sicherheitspersonal darf nicht automatisch Schusswaffen im Einsatz führen

  • Privates Sicherheitspersonal darf Schusswaffen nur dann verwenden, wenn dies vom Arbeitgeber ausdrücklich vorgesehen und angeordnet wird.

  • Um Schusswaffen zu erwerben, muss das Bewachungsunternehmen eine Waffenbesitzkarte beantragen.

  • Um Schusswaffen im Einsatz zu führen, muss das Bewachungsunternehmen einen Waffenschein beantragen.

  • Die Ausrüstung mit Schusswaffen muss von der Behörde als notwendig erkannt werden.

Einige Ausführungen zum Waffengesetz

In Deutschland wird im Rahmen des Waffengesetzes (§ 1 WaffG) unterschieden zwischen Schusswaffen und tragbaren Gegenständen im Sinne des Waffengesetzes. Was dazu gehörte, zeigt die Tabelle.

Regeln über Waffen

Was?

Erläuterung

Schusswaffen

Pistolen, Revolver und Gewehre unterschiedlicher Art

tragbare Gegenstände im Sinne des Waffengesetzes

zum Beispiel Schlagstöcke, Messer und Schwerter, Elektroimpulsgeräte, bestimmte Reizstoffsprühgeräte etc.

Eine Waffe erwerben

Wenn das Gesetz von „erwerben“ spricht, so versteht es darunter die Erlangung der tatsächlichen Gewalt über eine Waffe oder anders ausgedrückt, deren Besitz.

Eine Waffe führen:
Führen ist das Ausüben der tatsächlichen Gewalt

  • außerhalb der eigenen Wohnung,

  • der eigenen Geschäftsräume,

  • des eigenen befriedeten Besitztums

  • oder einer Schießstätte.

Transport

Der Transport der Schusswaffe in einem geschlossenen Behältnis zum Schießstand oder zu einer Büchsenmacherwerkstatt zählt nicht als Führen. Spazieren tragen darf man das Behältnis allerdings nicht.

Die Waffenbesitzkarte (WBK)

Um eine Schusswaffe kaufen zu dürfen, muss man eine Waffenbesitzkarte beantragt und erhalten haben.

Für den Antrag einer Waffenbesitzkarte gelten die folgenden Voraussetzungen:

  • Vollendung des 18. Lebensjahr

  • die erforderliche Zuverlässigkeit (keine Vorstrafen etc.)

  • persönliche Eignung

  • die Waffensachkundeprüfung nach §7 WaffG

  • ein nachweisbares Bedürfnis für den Besitz der Waffe.

Jetzt darf man eine Waffe besitzen. Wenn man diese Waffe aber auch außerhalb des eigenen Privatgeländes führen will, muss man darüber hinaus im Besitz eines Waffenscheins sein.

Der Gesetzgeber versteht unter dem Begriff „rechtmäßiges Bedürfnis für den Besitz einer Waffe“ hauptsächlich die folgenden Fälle:

  • Sportschütze,

  • Waffensammler,

  • Waffensachverständiger,

  • Waffenhersteller oder -händler

  • Bewachungsunternehmer.

Bezüglich des Führens von Schusswaffen im Rahmen des Facility Managements ist die Voraussetzung, dass der jeweilige Arbeitgeber als Träger des Bedürfnisses für den Besitz einer Waffe im Rahmen seiner dienstlichen Belange die Waffen erwerben muss. Ein Mitarbeiter hat dieses Bedürfnis nicht. Das bedeutet, der Arbeitgeber, der die Dienstleistung "Sicherheit" durchführt, würde dann eine Waffenbesitzkarte haben. Für die Arbeit als Sicherheitsmitarbeiter darf er die Waffe erst dann führen, wenn er den entsprechenden Waffenschein besitzt.

Der Waffenschein

Der Waffenschein erlaubt das Führen einer Schusswaffe in der Öffentlichkeit. Um als Sicherheitsunternehmen einen Waffenschein erteilt zu bekommen, genügt es nicht, dass das Unternehmen oder ein Kunde bewaffnetes Personal wünscht. Vielmehr muss das Unternehmen der zuständigen Behörde zwingend nachweisen können, dass der Einsatz von bewaffnetem Sicherheitspersonal notwendig ist. Die Behörde muss diese Notwendigkeit anerkennen. In der Regel wird die Notwendigkeit sehr streng bewertet.

Typische Bereiche in denen Personal mit Schusswaffen eingesetzt werden:

  • Geld- und Werttransport

  • Bewachung von militärischen Anlagen

  • Objektsicherungsdienst bei kerntechnischen Anlagen

  • Personenschutz.

Orientiert man sich an den unüberschaubar vielen allabendlichen Krimis im Fernsehen, so sollte man ein Land voller Waffen vermuten. Aber selbst Personenschützer sind seltener, als vermutet, tatsächlich mit Waffen ausgestattet, denn die Ausrüstung mit Schusswaffen wird behördlich erst dann genehmigt, wenn die Schutzperson von der Polizei tatsächlich als stark gefährdete Person eingestuft worden ist.

Bezüglich der Handhabung gibt es Unterschiede. Manche Behörden verlangen, dass jeder Security-Mitarbeiter, der von seinem Unternehmen zum Führen einer Waffe vorgesehen ist, persönlich einen Waffenschein beantragen muss. In anderen Fällen werden durch die Behörden sogenannte Firmenwaffenscheine ausgegeben, die für jeden qualifizierten Mitarbeiter des Unternehmens gelten.

Oft findet sich auch auf dem Waffenschein des Bewachungsunternehmers die Bemerkung, dass die Waffe einschlägig auf die direkte Bewachungsaufgabe bzw. für das Bewachungsobjekt beschränkt ist. Auch wird der Waffenschein immer auf eine bestimmte Waffe oder einen Waffentyp ausgestellt. Meist werden Pistolen und Revolver genehmigt. Die Ausrüstung des Sicherheitspersonals mit Gewehren (sog. Langwaffen) erfolgt selten.

Wir verwenden Cookies um unsere Website zu optimieren und Ihnen das bestmögliche Online-Erlebnis zu bieten. Mit dem Klick auf Alle erlauben erklären Sie sich damit einverstanden. Weiterführende Informationen und die Möglichkeit, einzelne Cookies zuzulassen oder sie zu deaktivieren, erhalten Sie in unseren Cookies-Einstellungen.