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Notfallszenario Brand

Notfallszenario Brand im Unternehmen

Beispiel eines Großbrandes

Die möglichen Ursachen von Notfällen sind so groß, wie die Anlagenzahl selbst, die sie verursachen könnten. Aus diesem Grunde ist es natürlich nicht möglich, hier auch nur ansatzweise eine repräsentative Anzahl von Beispielen darzustellen. Es mag genügen, einmal ein ideal typisches Notfallszenario am Beispiel „Brand im Unternehmen“ darzustellen.

Je nach Ausmaß und Bedeutung des Brandes, wird man von einem Notfall oder gar von einer Krise zu sprechen haben. Wir wollen hier ausgehen von einem Notfall. Entscheidend hierbei ist die von Bränden ausgehende Schädigung von Sachen und Personen. Während (auch mithilfe von Versicherungen) brandgeschädigte Betriebs- und Arbeitsmittel wieder neu beschafft werden können, sind Beeinträchtigungen der Gesundheit von Menschen oder gar ihr Tod wesentlich schwerwiegender als jeglicher Sachschaden. Das untenstehende Bild zeigt, in welchen Bereichen in Deutschland Brände verzeichnet wurden

Verteilung der untersuchten Brände in Deutschland nach Ursache im Jahr 2020

Bezüglich der Sachschäden ist zu beobachten, dass ihre Anzahl insgesamt geringer wird, die Auswirkung der einzelnen Brände jedoch größer. Die folgende Tabelle zeigt eine Aufstellung, welche Sachschäden durch Brände in ausgewählten deutschen Industriebereichen entstanden sind.

Die größten Schäden von GDV-Mitgliedern seit 1962 nach Inflationsbereinigung

Wo?

anno

SACHSCHÄDEN
[MIO, Є]

BETRIEBSUNTERBRECHUNG
[MIO. Є]

SUMME
[MIO. Є]

Kraftfahrzeugindustrie

1977

310

102

412

Chemische Industrie

1989

0

313

313

Flughafenbetrieb, -service

1996

181

77

258

Metallverarbeitung

2005

301

134

435

Metallverarbeitung

2006

111

221

332

Grobe Metallbe- und -verarbeitung

2001

62

120

292

Chemischer Betrieb

2012

89

288

376

Herstellung von Polymeren

2014

270

124

394

Schlachthöfe

2015

155

125

280

Schlachthöfe

2016

107

212

320

Die größten Schäden von GDV-Mitgliedern von Januar bis Dezember 2018 (Quelle: GDV, 2018)

Wo?

SACHSCHÄDEN
[MIO, Є]

BETRIEBSUNTERBRECHUNG
[MIO. Є]

SUMME
[MIO. Є]

Landwirtschaftlicher Betrieb mit Viehhaltung

11,0

6,0

17

Ungeschäumte Kunststoffe - Be - und Verarbeitung

10,0

7,0

17

Sporthalle

16,0

1,0

17

Holzmöbel Herstellung

9,0

9,0

18

Weberei (ohne textile Flachenbelage)

15,0

8,0

23

Grobe Metallbe- und -verarbeitung

15,0

15,0

31

Schmiede- Press- und Hammerwerk

3,0

30,0

33

Textilausrüstung. - veredelung

38,0

13,0

51

Elektro- Groß maschinen - Herstellung & Endmontage

55,0

0,0

55

Metallverarbeitung Soritzauss mit Galvanik

25,0

45,0

70

Backwaren

14,1

8,0

22

Schaumkunststoff -, Schaumgummi- & - verarbeitung

16,0

10,0

26

Oberflächenbehandlung und -veredelung von Metallen

12,0

15,0

27

Forschungsinstitut, Laboratorium (chem. physikal.)

50,1

0,0

50

Präzisions Metallbe- und -verarbeitung

25,1

40,1

65

Schmiede-, Press-, und Hammerwerk

30,1

50,0

81

Freizeitpark (stationäre Fahrgeschäfte)

80,1

20,0

100

Aufarbeitung von Rohöl

175,1

 

175

Herstellung von Landfahrzeugen

225,0

225

Chemiefasernherstellung

106,0

121,0

227

Unabhängig davon, ob es um Menschenleben geht oder Sachwerte, ist der Brandgefahr mit geeigneten Maßnahmen im Rahmen eines Brandschutzkonzeptes zu begegnen. Es versteht sich von selbst, dass es ganz besonderer Aufmerksamkeit bedarf, wenn es um den Schutz von Menschen geht, wie es zum Beispiel in Pflegeheimen und Krankenhäusern der Fall ist.

Feststellungen, die bei der Risikobeurteilung zu berücksichtigen sind, insbesondere, wenn es um Personen geht

Allgemeines

  • Sind brennbare Materialien und Zündquellen vorhanden?

  • Sind Materialien vorhanden, die im Brandfall stark Rauch entwickelnd sein können?

  • Sind Maßnahmen vorhanden, die der Rauchentwicklung entgegenwirken? (z. B. Rauchabzüge)

  • Ist während der Belegung oder Benutzung Tageslicht vorhanden oder nicht?

Lage

  • Lage, Ausdehnung, Belegung, Nutzung bzw. Art des Betriebes oder Gebäudes sowie Struktur der Flucht- und Rettungswege

  • Ist die Anlage freistehend oder innerhalb eines Gebäudekomplexes?

  • Ist die Nutzung ober oder unterirdisch?

Ausdehnung

  • Größe der Grundfläche des Gebäudes oder der Anlage

  • Anzahl der ober und unterirdischen Geschosse

  • Anzahl, Größe, Lage und Abstand einzelner Betriebs- oder Gebäudeteile

  • Abgeschlossenheit des Betriebes oder Gebäudes gegenüber der Öffentlichkeit zugänglichen Bereichen

Belegung, Nutzung bzw. Art des Betriebes oder Gebäudes

  • Anzahl der Personen

  • Sind diese mit der Örtlichkeit vertraut?

  • Unterwiesen in das Rettungssystem oder nicht unterwiesen? (Beschäftigte, Besucher, Kunden, Publikum?)

  • Betriebszeit (Schichtbetrieb)

  • Brandlast und Brandgefahr durch brennbare Stoffe oder Flüssigkeiten

  • Explosionsgefahr

  • Ungesicherte heiße Bäder oder Bäder für Säuren oder Laugen

  • Langnachlaufende offene Maschinen oder Einrichtungen, die für die Versicherten bei Flucht eine Gefährdung sein können

  • Gebäude, die der Übernachtung dienen

  • Gibt es Personen im Betrieb oder im Gebäude, die in ihrer Mobilität eingeschränkt sind?

Flucht- und Rettungswege

  • Lage

  • Anzahl der Lage der Treppenhäuser

  • Ist der Fluchtweg gradlinig oder verwinkelt?

  • Ist der Flucht- und Rettungsweg von jedem Arbeitsplatz /Aufenthaltsplatz erkennbar?

Feststellungen, die bei der Risikobeurteilung zu berücksichtigen sind

Die Aufstellung ist lediglich eine Auswahl von grundsätzlichen Möglichkeiten. In der praktischen Bewertung ist es sinnvoll, wenn jede einzelne Gefährdung separat aufgelistet und bewertet wird.

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