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Wach und Ordnungsdienste bei Veranstaltungen

Geltungsbereich und Zweckbestimmungen

Für die Durchführung von Wach- und Ordnungsdiensten bei ganz bestimmten Veranstaltungen sind auch ganz bestimmte, auf den jeweiligen Fall zugeschnittene, Anweisungen zur Verfügung zu stellen. Im öffentlichen Bereich dürften dies Verordnungen sein, im privaten Bereich eher Maßnahmepläne. In jedem Falle bedarf es der Koordination und Abstimmung mit allen zuständigen Stellen. Nichts darf vergessen werden oder aus Kostengründen etwa nicht durchgeführt werden.

Diese Pläne dienen der Gefahrenabwehr, die durch die Ansammlung von vielen Menschen zwangsläufig entstehen bzw. entstehen könnten. Was unter vielen Menschen zu verstehen ist, muss gerade im Rahmen dieser Maßnahmepläne festgelegt werden. So sind in beengten Verhältnissen, wenige Menschen bereits viele.

Die Veranstalter müssen also auch dafür Sorge tragen, dass die Menschen, die sich ansammeln, diese Maßnahmen zur Kenntnis bekommen und gegebenenfalls auch danach handeln können. Es nützt also beispielsweise nichts, wenn bei bestimmten Vorkommnissen das sofortige Verlassen des Platzes verlangt wird, dies jedoch wegen bereits vorhandener oder sich möglicherweise ergebender Verengungen der Fluchtwege nicht möglich ist. In jedem Falle muss sichergestellt werden, dass Panik vermieden wird.

Ordnungsdienst im Rahmen von Veranstaltungen

Wenn ein Unternehmen Veranstaltungen durchführt und der Geltungsbereich zur Einrichtung eines Wach- und Ordnungsdienstes erreicht ist, dann ist es unablässig, einen Ordnungsdienst durchzuführen. Dabei ist zu beachten, dass die aus dem Sicherheitskonzept sich ergeben Vorgaben stets nachrangig gegenüber den Anordnungen der Polizei sind.

Dieser Ordnungsdienst hat die Aufgabe, die sich aus Rechtsvorschriften bzw. dem Veranstaltungskonzept ergebenden Kontroll- und Überwachungsmaßnahmen durchzuführen. Er muss die Szene aufmerksam beobachten und einschreiten, wenn der Zweck der Veranstaltung bzw. die öffentliche Sicherheit und Ordnung erkennbar gestört werden. Er hat dann die Maßnahmen des Hausrechtes durchzuführen bzw. sicherzustellen.

Bei geschlossenen Veranstaltungen ist es üblich, dass der Zutritt im Rahmen einer Eingangskontrolle erfolgt. Die Zulassung zur Veranstaltung kann durch Eintrittskarten geregelt werden. Dem Ordnungsdienst ist bei Eintrittskontrolle durch die Besucher die Eintrittskarte oder eine entsprechende andere Zutrittsberechtigung vorweisen. Um Eintrittskarten nicht missbräuchlich verwenden zu können, sollten Sie nach der Prüfung entwertet werden. Sollte erkennbar sein, dass durch Personen Sicherheit und Ordnung zur Veranstaltung gefährdet werden, so sollte diesen Personen der Zutritt zur Veranstaltung verweigert werden. Je nach Unternehmen und Veranstaltung können solche Zutrittsverweigerungen festgelegt werden. Beispiele hierfür sind:

  • Person hat bereits Hausverbot

  • sie führt Gegenstände mit, die verboten sind

  • sie verweigert die Durchsuchung bei Verdacht auf Mitführung oben genannter Gegenstände.

Selbstverständlich handelt es sich ja nur um einige Beispiele, die je nach Bedarf und konkreter Situation anzupassen sind. Ebenso wird sich in den Unternehmen im Laufe der Zeit eingespielt haben, wie die Ordnungsdienste zu handhaben sind, weil solche größeren Veranstaltungen sich in der Regel jährlich wiederholen. Man denke an Weihnachtsfeiern, Sportveranstaltungen, Aktionärssitzungen usw.

Eine ganz besondere zusätzliche Aufmerksamkeit sollten allerdings solche Veranstaltungen bekommen, die bislang noch nicht durchgeführt wurden, die also bezüglich der Konzepte und der Erfahrungen völlig neu sind.

Werteräume

Wenn es im Unternehmen Räume gibt, in denen beispielsweise Banknoten oder andere sehr wertvolle Sachen aufbewahrt werden, so spricht man von Werteräumen. Solche Werteräume müssen vor Überfällen gesichert werden. Dies betrifft sowohl die Lagerung, als auch die Arbeit mit Wertgegenständen in diesen Räumen. Die Arbeitsmittel, die hierbei Verwendung finden, müssen so gestaltet sein, dass die Beschäftigten sich nicht verletzen können. Als Beispiel seien hier die schweren Tresortüren genannt, bei denen die Gefahr von Quetschungen vermieden werden muss, um ein Beispiel zu nennen. Quetsch- und Scherstellen beim Öffnen der Türen von Geldschränken und Tresoranlagen wird am besten vermieden durch

  • ausreichende Abstände bei Einrichtung der Arbeitsplätze

  • zusätzliche Abstandshalter

  • Türstopper u. ä.

Die Sicherung gegen Überfälle bzw. unberechtigten Zutritt und Zugriff gilt üblicherweise als ausreichend in folgenden Fällen:

  • wenn solche Fenster, durch die man von außen blicken könnte, bzw. die man von außen ohne Hilfsmittel erreichen könnte,

  • Blicksicherungen von außen nach innen haben

  • feststehend sind

  • die Verglasung bezüglich Durchschuss- und Durchbruchhemmung mindestens den Widerstandsklassen BR3-S nach DIN EN 1063 und P7B nach DIN EN 356 entspricht.

  • Ähnliche Festlegung gelten für sonstige Fenster. Diese dürfen bestenfalls zum Reinigen ankippbar sein und müssen eine Verglasung auf Durchwurf von P 4A gemäß DIN EN 356 haben. Die Bauwerksteile, die die jeweiligen Fenster umgeben, müssen mindestens die Widerstandskraft besitzen, die auch die Fenster haben.

Bezüglich der Außentüren gilt:

  • dass sie der Widerstandsklasse FB 3-S nach DIN EN 1522 bzw. BR3-S nach DIN EN 1063 entsprechen.

  • die Außenbereiche und Zugänge ausreichend beleuchtet sind sowie

  • die Lage der Räume und die Gestaltung der Außenbereiche ein Eindringen von außen, z. B. mit Fahrzeugen, erschweren.

  • Zudem müssen sie selbstschließend sein,

  • einen Durchblick von innen nach außen gewähren, jedoch den Blick von außen nach innen verhindern,

  • und sie müssen Beschläge und Schlösser haben, die mindestens der Widerstandsklasse der Tür selbst entsprechen.

  • Die Räume müssen durch eine Schleuse vom übrigen Bereich abgeteilt sein.

  • Es muss eine den Regeln der Technik entsprechende Überfallmeldeanlage installiert und gewartet sein, deren Alarm an eine Stelle übertragen wird, die diesen unabhängig von einem Überfallgeschehen weiterleiten und erforderliche Maßnahmen einleiten kann,

  • die Außenbereiche und Zugänge ausreichend beleuchtet sind sowie

  • die Lage der Räume und die Gestaltung der Außenbereiche ein Eindringen von außen, z. B. mit Fahrzeugen, erschweren.

  • Eine geeignete bauliche Gestaltung der Außenbereiche kann z. B. erreicht werden durch

  • stabile Einfriedungen,

  • Gräben

  • Betonpoller

  • Findlinge

  • sonstige Zufahrtssperren.

Selbstverständlich ist auch bei Arbeiten in Werteräumen die Gefährdungsbeurteilung letztlich die Grundlage aller Schutzmaßnahmen. Auf diese Weise muss erreicht werden, dass das Lagern von Banknoten und anderen Werten, deren Kommissionierung bzw. Bearbeitung sicher durchgeführt werden kann. Einige typische Gefährdungen können beispielsweise sein:

  • schwere Hartgeldlasten zu transportieren, zu lagern bzw. in anderer Weise zu handhaben

  • Lärmbelästigung durch Geldzählmaschinen

  • versehentliches Einschließen von Personen in Tresoren

  • und natürlich die Überfallgefahr überhaupt.

Zum Schutz der in den Werteräumen arbeitenden Menschen sollten auch technische Hilfsmittel eingesetzt werden können. Das sind beispielsweise Einrichtungen, mit denen sich Personen nach außen hin an die entsprechende Stelle bemerkbar machen können, wenn sie versehentlich eingeschlossen werden sollten. Eine andere Möglichkeit ist die Raumüberwachung mit einer entsprechenden Technik zur Aufzeichnung. Hiermit können die Bewegungen der Personen (insbesondere Personen, die nicht hierhergehören), aber auch die Bewegungen der Wertgegenstände bzw. Gelder im Nachherein festgestellt werden.

Auch für die Arbeiten in Werteräumen gibt es eine Reihe spezifischer Vorschriften, wie:

  • Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG),

  • Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV),

  • Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV),

  • Lastenhandhabungsverordnung (LasthandhabV),

  • Unfallverhütungsvorschriften

  • „Grundsätze der Prävention“ (DGUV Vorschrift 1 „Grundsätze der Prävention“),

  • „Lärm“ (BGV B3, jetzt DGVU Information 209-023),

  • „Krane“ (BGV D6, jetzt DGUV Vorschrift 52),

  • „Flurförderzeuge“ (BGV D27, jetzt DGUV Vorschrift 68 ),

  • BG-Regel „Lagereinrichtungen und -geräte“ (BGR 234),

  • „Richtlinien für Überfall- und Einbruchmeldeanlagen mit Anschluss an die Polizei“ (ÜEA),

  • DIN EN 356 „Glas im Bauwesen – Sicherheitssonderverglasung – Prüfverfahren und Klasseneinteilung des

  • Widerstandes gegen manuellen Angriff“,

  • DIN EN 1063 „Glas im Bauwesen – Sicherheitssonderverglasung – Prüfverfahren und Klasseneinteilung für den Widerstand gegen Beschuss“,

  • DIN EN 1522 „Fenster, Türen, Abschlüsse – Durchschusshemmung – Anforderungen und Klassifizierung“;

  • DIN EN 1523 „Fenster, Türen, Abschlüsse – Durchschusshemmung – Prüfverfahren“,

  • DIN VDE 0833-1 „Gefahrenmeldeanlagen für Brand, Einbruch und Überfall – Teil 1: Allgemeine Festlegungen“,

  • DIN VDE 0833-3 „Gefahrenmeldeanlagen für Brand, Einbruch und Überfall – Teil 3: Festlegungen für Einbruch- und Überfallmeldeanlagen“.

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