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Krisenprävention

Krisenprävention

Bei einem einschlägigen Literaturstudium, wie es mit dem Bewusstsein in Deutschland bezüglich der Präsentation von Krisen stellt ist, erkennt man, dass erfolgreiche Unternehmen und Organisationen professionelle Krisenvorbeugung machen, andere aber noch weit zurück sind. Eine Rolle hierbei spielt sicherlich auch der Zeitfaktor. Es war ja gerade in den vergangenen Jahrzehnten beobachten, wie mehr und mehr im Zuge von Rationalisierung Personal ausgedünnt wurde. Das ist in vielen Unternehmen ganz besonders in den Bereichen des Facility Managements festzustellen. Wie oft ist kaum für das Tagesgeschäft ausreichend Zeit. Wie soll man sich da auch noch um die Zukunft kümmern? Diese Klagen sind leider in vielen Fällen sehr berechtigt, insbesondere dann, wenn die Kosten über die Qualität das Primat haben, und das ist häufig der Fall.

Beispiel Arbeitskreis „Technische Krisenprävention“

Im Jahr 2006 ereigneten sich in zwei Mitgliedsunternehmen der Hütten- und Walzwerks‐Berufsgenossenschaft (HWBG) mehrere Großschadenereignisse mit erheblichen Sachschäden. Die Gesamtschadenhöhe belief sich über 400 Mio. €. Beide Betriebe gerieten aufgrund von längerfristigen Produktionsausfällen in Situationen mit Krisenpotential, die jedoch mit unterschiedlichen Konzepten, Strategien und externen Partnern (z. B. Schadensanierer) erfolgreich bewältigt wurden. Diese Ereignisse zeigten aber auch der HWBG Anpassungsbedarf in Bezug auf die Themen ihrer Präventionsarbeit auf. Die HWBG nahm die Großschadenereignisse unter anderem zum Anlass, Ende 2006 einen internen Arbeitskreis (AK) unter der Leitung von Dipl.‐Ing. W. Rudolph zu gründen, AK Technische Krisenprävention, und damit gleichzeitig ein neues Präventionsthemenfeld aufzugreifen. Dieser Arbeitskreis verfolgt insbesondere folgende Aufgaben/Ziele:

  • Prävention von Personenschäden

  • Prävention von Sachschäden/Großschäden

  • Aufzeigen der Wechselwirkungen von Personen- und Sachschäden

  • Erarbeitung eines Beratungsangebotes für die Krisenprävention und Bewältigung

  • Sensibilisierung der Mitgliedsunternehmen für das Thema „Techn. Krisenprävention“

Das Themengebiet „Technische Krisenprävention “ ist außerdem als ein zukunftsorientierter Präventionsansatz im Sinne der Leitgedanken des ehemaligen Hauptverbandes der gewerblichen Berufsgenossenschaften (HVBG) „Visionen für die Prävention“ (HVBG 2004) zu betrachten. Dienstleistungen zu diesem neuen Themengebiet werden sowohl auf Großunternehmen als auch auf kleine und mittlere Unternehmen (KMU) ausgerichtet. Eine erste Praxishilfe „Technische Krisenprävention“ wurde bereits erstellt (Pachurka 2008). Das Geschäft am Laufen zu halten, ist deshalb wichtig für alle Unternehmen. Dies erfordert, Krisenvorsorge in guten Zeiten zu betreiben und sofort nach einem Schadeneintritt die richtigen Schritte einzuleiten sowie die richtigen Partner mit ins Boot zu nehmen. Die konkreten Maßnahmen zur Bewältigung einer Krise lassen sich nach Dreyer (2001) mit der Kurzformel „RACE“ prägnant zusammenfassen:

R Research
Krisenidentifikation, Untersuchung

A ActionEinleitung von Maßnahmen

C CommunicationKommunikation

E EvaluationBewertung und Dokumentation

Notfallmanagement in Kommunikationsnetzen

Die Norm ISO 22301 steht für die neueste internationale Richtlinie zum IT-Notfallmanagement (englisch: Business Continuity Management) und wurde im Mai 2012 freigegeben. Ihre Zielsetzung besteht darin, Hilfestellung bei der Reduzierung von Betriebsunterbrechungen durch unvorhergesehene Notfälle zu gewährleisten. Im Prinzip ist die Norm eine Fortschreibung der Standards ISO 31000 und ISO 27001. Sie gilt als universell im dem Sinne, dass sie auf Unternehmen jeglicher Größe anwendbar und unabhängig von den eingesetzten Technologien ist.

Pandemieplanung im Rahmen des Krisenmanagements

Die Pandemie‐Planung hat inzwischen auch viele Betriebe erreicht. Experten rechnen damit, dass rund 30 % der Arbeitnehmer ausfallen.

Eine Pandemie ist eine weltumspannende Epidemie. Erste Pandemien sind bereits seit der Antoninischen Pest (ca. 165–167 n. Chr.) tatsächlich belegt. Neben einer durch Influenzaviren verursachten Pandemie zählt z. B. auch AIDS zu dieser Kategorie, das (seit 1980) bisher etwa 25 Mio. Todesopfer forderte. Im 20. Jahrhundert ereigneten sich drei Influenzapandemien: Die „Spanische Grippe“ 1918–1920 (bis zu 50 Mio. Tote), die „Asiatische Grippe“ 1957 (ca. 1 Mio. Tote) und die „Hong Kong Grippe“ 1968 mit etwa 700.000 Toten.

Basis einer rationalen Planung ist ein gutes Verständnis der saisonalen, aviären und pandemischen Influenza. Die Trennung dieser Entitäten ist wichtig, gerade weil sie in der Öffentlichkeit nicht immer klar vollzogen wird. Seit 1978 zirkulieren Viren zweier Influenza A Subtypen (H1 und H3) sowie des Typs B in der menschlichen Bevölkerung und rufen die saisonale Grippe hervor. Der Anteil der Virustypen bzw. Subtypen an den Influenza‐Erkrankungen schwankt von Jahr zu Jahr, die Saison 2005/06 war z. B. von Influenza B‐Viren dominiert und relativ schwach, während in der Saison 2004/05 Influenza A/H3N2‐Viren vorherrschten und eine wesentlich stärkere (und für das Gesundheitssystem folgenreichere) Grippewelle verursachten. Typischerweise baut sich eine saisonale Welle, häufig im Süden beginnend, in wenigen Wochen auf, bevor ganz Deutschland erfasst ist.

Die z.Z. grassierende Covid-19-Pandemie ist wohl eine der schwersten Pandemien der Neuzeit, doch auf jeden Fall leichter zu beherrschen, wenn die Unternehmen eine Pandemieplanung im Rahmen ihres Krisenmanagements angefertigt haben. Wenn dann auch noch die Beschäftigten zumindest grundsätzlich informativ einbezogen wurden, dürfte beim Ausbruch einer Pandemie der Überraschungseffekt keine so großen negativen Auswirkungen haben.

Inzwischen wissen wir, dass die Covid-19-Pandemie nicht kurzfristig beendet wird. Unternehmen müssen sich auf einen harten und länger andauernden „Krisen-Marathon“ einstellen. Diese Krise stellt viele Unternehmen und deren Facility Management auf eine harte Bewährungsprobe. Es hat schließlich im Sinne der Betreiberverantwortung die Aufgabe, sichere Arbeitsplätze, Flächen und Infrastruktur zur Verfügung zu stellen. Das FM trägt somit eine Hauptverantwortung für den Gesundheitsschutz und die Hygiene.

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