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Qualität der Bewachungsdienstleistung

Facility Management: Security » Anforderungen » Qualität

Qualität der Bewachungsdienstleistung zur Sicherstellung hoher Sicherheitsstandards

Qualität von Bewachungsdienstleistungen messbar und steuerbar machen

Die Qualität einer Bewachungsdienstleistung lässt sich nicht allein daran messen, ob ein vereinbarter Dienstposten besetzt ist. Entscheidend ist, wie zuverlässig, aufmerksam, fachgerecht und situationsangemessen die vereinbarten Sicherheitsaufgaben tatsächlich erfüllt werden. Bereits in der Ausschreibung sollten deshalb überprüfbare Qualitätsanforderungen definiert werden.

Die DIN 77200-1:2022-10 bildet einen wichtigen fachlichen Orientierungsrahmen für die Organisation, Prozesse und personellen Voraussetzungen von Sicherheitsdienstleistern. Sie richtet sich ausdrücklich sowohl an Auftragnehmer als auch an Auftraggeber von Sicherungsdienstleistungen.

Qualität von Bewachungsdienstleistungen systematisch absichern

Qualität auf mehreren Ebenen bewerten

Qualitätsdimension

Beispiele

Personalqualität

Qualifikation, Zuverlässigkeit, Auftreten, Sprachkompetenz

Prozessqualität

Einhaltung von Dienstanweisungen und Kontrollabläufen

Reaktionsqualität

Alarmannahme, Eskalation und Interventionszeiten

Servicequalität

Kommunikation, Hilfsbereitschaft und Nutzerorientierung

Führungsqualität

Objektleitung, Dienstplanung und Personalreserve

Dokumentationsqualität

Berichte, Ereignismeldungen und Leistungsnachweise

Ergebnisqualität

Fehlerquote, Sicherheitsereignisse und festgestellte Abweichungen

Kennzahlen sollten einen direkten Bezug zur geschuldeten Leistung besitzen. Geeignet können beispielsweise sein:

  • Besetzungsquote vereinbarter Dienstposten,

  • Einhaltung vorgegebener Kontrollgänge,

  • Reaktionszeiten bei Alarmen und Störungen,

  • Anzahl fehlerhafter Zutrittsentscheidungen,

  • Vollständigkeit von Ereignisberichten,

  • Erfüllungsgrad vorgeschriebener Schulungen,

  • Anzahl berechtigter Beschwerden,

  • Ergebnisse von Audits und Mystery Checks,

  • fristgerechte Bearbeitung festgestellter Abweichungen.

Dabei sollte nicht die größtmögliche Zahl von KPI angestrebt werden. Wenige aussagekräftige Kennzahlen sind regelmäßig wirksamer als umfangreiche Berichtssysteme ohne Steuerungswirkung.

Personalqualität kontinuierlich sichern

Gerade bei Bewachungsleistungen hängt die Leistung wesentlich von den eingesetzten Personen ab. Ausschreibungen sollten deshalb nicht nur Mindestqualifikationen fordern, sondern auch Anforderungen an:

  • Objekt- und Ortskenntnis,

  • regelmäßige Unterweisungen,

  • Notfall- und Szenarientrainings,

  • Kommunikations- und Deeskalationsfähigkeit,

  • Vertretungs- und Reservepersonal,

  • Einweisung neuer Beschäftigter,

  • Führung und Kontrolle durch die Objektleitung.

Festgestellte Abweichungen müssen zu konkreten Maßnahmen führen. Ein wirksamer Qualitätsprozess folgt deshalb dem Prinzip:

Anforderung → Leistung → Messung → Abweichung → Ursachenanalyse → Maßnahme → Wirksamkeitskontrolle.

Hierfür eignen sich regelmäßige Qualitätsgespräche, operative Reviews, Stichproben, Audits und dokumentierte Maßnahmenpläne.

Die Qualität der Bewachungsdienstleistung entsteht damit aus dem Zusammenspiel von qualifiziertem Personal, klaren Prozessen, wirksamer Führung und transparenter Leistungskontrolle. Eine gute Ausschreibung legt diese Qualitätsarchitektur bereits vor Vertragsbeginn fest und schafft damit die Grundlage für eine dauerhaft steuerbare Sicherheitsleistung.

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